Der Spion im Kinderzimmer – Webinar #30

Eine Barbie-Puppe, die zuhören und antworten kann. Die Sätze der Kinder werden gespeichert und sind für die Eltern später abrufbar und sie würden so erfahren, was ihr Kind wirklich denkt und fühlt, wenn es allein ist.

Vernetzte Spielsachen boomen. Allerdings ist vielen Eltern oft nicht bewusst, dass sie sich mit HighTech-Spielwaren einen „Datendieb“ ins Haus holen können. 

Aber auch Videoüberwachung von Kindern mittels Webcam sind ein Eingriff in die Privatsphäre.

In diesem Webinar möchte ich über die Risiken dieser Technologien sprechen und die gesellschaftliche Veränderungen auf Grund der Ausbreitung der Spionagetechnik im Kinderzimmer betrachten.

Do, 12. Mai 2016

Videos aus dem Webinar

Präsentation zum Download
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Online-Raum: wdat.at/adobe

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Jürgen Haslauer ist seit 1993 im Bereich digitaler Medien und Kommunikation tätig. Er ist auch Mitglied im Chaos Computer Club Wien (https://c3w.at), der sich dem kritischen Umgang mit elektronischen Medien widmet und Initiator der „Privacy Week“, einer Veranstaltungsreihe zum Thema Privatsphäre, die erstmals im Herbst 2016 in Wien stattfinden wird. 

Zusammenfassung:

Die Firma Mattel hat 2014 eine Puppe im klassischen Barbie-Design herausgebracht, die mit Mikrofon, Lautsprecher und WLAN ausgerüstet ist. Dadurch kann man, ähnlich wie bei SIRI, eine Unterhaltung mit der Puppe führen. Die eingegebenen Daten werden an Mattel gesandt, wo diese gespeichert werden. Es ist nicht geregelt, wer wie auf diese Daten zugreifen kann. Diese Datenbanken können gehackt werden, was auch bereits passiert ist. Diese Puppe hat den Big-Brother-Award bekommen, eine Negativauszeichnung für Institutionen, Geräte oder Produkte, die unsere Privatsphäre einschränken oder uns überwachen.

Die Wetterstation „netatmo“ übermittelt Daten via App ans Smartphone. Die Firma bietet auch Überwachungskameras an, mit denen Gesichsterkennung und –identifizierung möglich ist. Von jedem „Ereignis“, das aufgenommen wird, wird ein Screenshot in der Cloud gespeichert. Daten werden auch weitergegeben. Daraus lassen sich einige Aussagen über das Heim, in dem sich die Kamera befindet, ableiten (wie viele Personen leben im Haushalt, wie oft ist wer zuhause, wann kommt wer etc.) und verwerten.

Die EyeOn-Babykamera überträgt Videos an Tablet und Smartphone; zusätzlich werden sie an eine Cloud geschickt, wo nicht klar ist, was damit passiert. Die Kamera erkennt auch Geräusche und Bewegungen.
Viele technologische Entwicklungen sind noch zu neu, als dass die rechtlichen Rahmenbedingungen ausreichend geklärt sind. Oft akzeptieren wir das einfach, um verschiedene Dienste nutzen zu können.
Rechtlich ist Videoüberwachung innerhalb privater (!) Räume in Österreich zulässig; fragwürdig ist, ob diese Daten weitergegeben werden dürfen.

http://www.bigbrotherawards.org/ – Website der internationalen Big Brother Awards
https://www.dsb.gv.at/ – Website der Österreichischen Datenschutzbehörde


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