15. März 2015

iMooX – eine österreichische MOOC-Plattform – Dossier Bildung #6 von

Abseits von den immer wieder zitierten US-amerikanischen MOOC-Pionieren, die aus Spin-Offs von Universitäten entstanden sind,  hat sich auch in Europa eine aktive Szene entwickelt, die ein sich ständig erweiterndes Angebot an offenen Kursen entwickelt: . In Österreich scheint die Steiermark die MOOC-freundlichste Region zu sein: Denn neben iMooX bietet auch die FH Johanneum im Frühjahr 2015 zum zweiten Mal ihren offenen Kurs mit dem Thema: Competences for Global Cooperation an.

 

Seit Anfang 2014 hat auch Österreich seine MOOC-Plattform:  www.imoox.at ist ein gemeinsames Projekt der Technischen Universität Graz und der Universität Graz, das vom Zukunftsfonds Steiermark gefördert wird. Imoox definiert sich selbst als: „Bildungsplattform und Bereitstellung von kostenlos zugänglichen Kursen mit multimedialen Inhalten für eine möglichst breite Bevölkerungsschicht“. Anders als viele andere europäische Anbieter oder ihre amerikanischen Pendants richtet sich der Fokus bei diesem Projekt also nicht primär an Studierende, sondern möchte viele Zielgruppen erreichen.

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Konsequenterweise finden sich auf der iMooX-Plattform Grundlagenkurse, die bereits für Schülerinnen und Schüler geeignet sind wie z.B. Der Kreis – Einfache Konstruktionen für Anfänger“ oder Österreich und die Europäische Union“ .

Ein weiteres Angebot, das alle jene im Blick hat, die den riesigen Wissenspool, den das Internet für alle Nutzerinnen und Nutzer bereit hält, für sich erforschen will, bietet der Kurs „Gratis Online Lernen“. Dieser wurde von Sandra Schön (BIMS e.V und Salzburg Research) und Martin Ebner (TU Graz) erstellt und unter anderem vom Verband Österreichischer Volkshochschulen unterstützt. Dieser Kurs wendet sich an unerfahrene Internet-Nutzer_innen, deshalb wird die Kursunterlage auch als Broschüre zum Herunterladen und Ausdrucken zur Verfügung gestellt. Dieser offene Kurs wird im Herbst 2015 wieder angeboten werden.

Der typische Aufbau der Kursangebote auf iMooX besteht aus einer wochenweisen Zurverfügungstellung von Videos und Selbstlernmaterialien, ergänzt mit Aufgabenstellungen und einem Test zur Überprüfung des Gelernten und Grundlage für die Teilnahmebestätigung. Zur Interaktion mit den Moderierenden und den anderen Teilnehmenden wird ein Forum angeboten.

Ein weiteres Kursangebot, das sowohl für Studierende als auch für Lehrende offen steht ist: Lernen im Netz: Vom Möglichen und Machbaren. Dieser Kurs scheint sehr gelungen zu sein, denn wie eine Teilnehmerin es ausdrückte: „Das war einer der besten Kurse, die ich in den letzten Jahren besucht habe!“

Ab Herbst 2015 wird ein weiteres Angebot, das sich an eine breite Bevölkerungsschicht wendet, online gehen: Krankheiten bestimmen mit dem Internet – die Anmeldung zum Kurs ist allerdings auch schon jetzt möglich. Dazu findet sich folgende Beschreibung: Mit diesem Online-Kurs werden die Möglichkeiten und Grenzen bei der Selbstdiagnose von Krankheiten mit Hilfe von Internetrecherche aufgezeigt. Die Kursteilnehmer/innen sollen – etwa so wie in der Fernsehserie „Dr. House“ – anhand vorgegebener Symptome herausfinden, um welche Krankheit es sich jeweils handelt. Insgesamt wird es acht Fallbeispiele geben, zu deren Lösung im Internet recherchiert werden muss  …

Und hier noch zwei aktuelle Tipps:

Besonders interessant sind die neuen Bildungsformate und Kooperationsmöglichkeiten, die sich aufgrund des MOOC-Angebot von iMooX ergeben:

Martin Ebner, Mitgründer der Plattform und Lehrender an der der TU Graz wird seine Lehrveranstaltung “Gesellschaftliche Aspekte der Informationstechnologie” als MOOC anbieten. Die Idee dabei ist, dass die Studierenden mit der Außenwelt diskutieren. Der traditionell geschlossene Hörsaal wird geöffnet.

Alle Interessierten an Technologie und ihrer Auswirkung auf die Gesellschaft sind aufgerufen, dies mit den Studierenden und den anderen Teilnehmenden kritisch zu reflektieren und zu diskutieren.

Darüber hinaus ruft die Plattform zu Kooperationen, wie beim MOOC „Gratis online lernen“ auf. Rund 20 Einrichtungen haben im Herbst 2014 dieses Angebot angenommen und haben den MOOC – zum Teil in Präsenzveranstaltungen – für ihre jeweiligen Zielgruppen begleitet. Viele weitere Bildungsträger sollten diesem Beispiel folgen und das Kursangebot mit ihren eigenen Aktivitäten effektiv vernetzen.

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