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    Berufstätige · Blog · Termine · Wien24. August 2017

    19. Journalistinnenkongress und Medienlöwinnen „Democracy first“

    Bereits zum 19. Mal findet der Journalistinnenkongress statt – der Treffpunkt für Medienfrauen aus Journalismus und PR. Am Abend davor werden die Medienlöwinnen verliehen.

    Über das Thema „Democracy first” diskutieren am 7. November namhafte Vortragende aus dem In- und Ausland am 19. Journalistinnenkongress in Wien. Am Nachmittag tauschen sich die Teilnehmerinnen in den Workshops aus und lernen zum Abschluss führende Medienfrauen in kleinen Gesprächsrunden kennen.

    In vielen Ländern der Welt werden Journalistinnen, Journalisten und Medien für politische Entwicklungen in Geiselhaft genommen. Es gibt Vorwürfe wie „Lügenpresse“ oder Teil der „Elite“ und des „Establishments“ zu sein, die Freiheit der Presse wird von den politisch Mächtigen eingeschränkt, instrumentalisiert oder verboten. LeserInnen suchen einfache Antworten in den Boulevardmedien, PressesprecherInnen bieten „alternative Fakten“. Wie kann die Presse weiterhin ein Eckpfeiler der Demokratie sein? Wir diskutieren mögliche Strategien und Lösungen.

    Weitere Information unter http://www.journalistinnenkongress.at/

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    Lehrgang #Gegen Hass im Netz

    Das Bundeskanzleramt bietet im September und Oktober 2017 einen aus drei Modulen bestehenden Lehrgang an.

    „Hasspostings, Fake News und Cybermobbing werden medial wie privat diskutiert. Viele Menschen sind damit bei der Nutzung des Internets konfrontiert.

    Dieser Lehrgang soll die Fähigkeit vermitteln, damit umzugehen und mit einfachen aber ef zienten Mitteln dagegen anzukämpfen.
    In drei Modulen können diese Kompetenzen ausgebaut werden.

    Am Ende des Lehrgangs steht die Verleihung des Ehrenamts »Digital Courage Messenger« des Bundeskanzleramts.“

    Weitere Information kann dem folgenden PDF entnommen werden: Flyer zu Lehrgang Digital Courage Messenger

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    EBmooc 2018

    Der begleitete Onlinekurs für ErwachsenenbildnerInnen EBmooc 2017 war ein Erfolg ungeahnten Ausmaßes: Über 1.000 AbsolventInnen konnten schon drei Wochen nach Kursende gezählt werden, das entspricht einer Abschlussquote von 64% der aktiven TeilnehmerInnen.

    Österreichweit, aber auch darüber hinaus fanden rund 40 Begleitveranstaltungen statt, die vertieftes Lernen, Austausch und auch Transfer in die Einrichtungen der Erwachsenenbildung ermöglichten. 60% der AbsolventInnen hatten davor keinerlei Erfahrung mit Online-Lernen. 90% haben jedenfalls oder wahrscheinlich vor, das Gelernte in der Praxis einzusetzen.

    Der EBmooc wird auch ab April 2018 in begleiteter Form wieder angeboten. WerdeDigital.at wird – wie auch 2017 – Teil des EBmooc-Teams sein.

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    Blog4. Juli 2017

    10 Tipps gegen Hass im Netz

    Das Bundeskanzleramt hat 10 Tipps gegen Hasspostings veröffentlicht. Ein guter Leitfaden…

    „Auch im Internet gelten Regeln, denn Diskriminierung, Verhetzung und Mobbing sind niemals in Ordnung. Wir wollen dazu ermutigen, das Netz mit digitaler Zivilcourage und Gegenrede gemeinsam zu einem Raum für positive und offene Debatten zu machen. Die 10 Tipps sollen die Nutzerinnen und Nutzer dabei unterstützen und bei der praktischen Umsetzung helfen.“

    Sehr empfehlenswert in diesem Zusammenhang ist auch das vor einigen Monaten erschienene Grünbuch „Digitale Courage“.

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    Blog5. Mai 2017

    Rückblick nach 4 Jahren Digital Champion Austria & weiter geht’s

    Seit 10 Jahren als Privatperson und seit 4 Jahren als „Digital Champion Austria“ ist es mir ein Anliegen, die Digitalisierung in Österreich voranzutreiben. Zuerst mit Digitalks, dann als digitale Botschafterin und WerdeDigital.at.

    Viele Menschen haben den großen Sprung auf den „digitalen Kontinent“ noch nicht geschafft. Sie sind von vielen digitalen Angeboten, die in der heutigen Welt praktiziert und vorausgesetzt werden, ausgeschlossen, dadurch können sie die zukünftige Welt nicht mitgestalten und verpassen eine große Chance.

    Wenn wir uns den Digital Score Board der EU Länder ansehen, ist Österreich bei den meisten Kriterien weiter vorne bzw. im Mittelfeld. Im DESI Index EU-weit sind wir an 10. Stelle und über dem EU Durchschnitt. https://ec.europa.eu/digital-single-market/en/desi

    Aber ich sehe hier noch einiges an Luft nach oben und will auch die Politik in der Verantwortung sehen.

    Mein größtes Projekt als Digital Champion Austria war die Etablierung derPlattform WerdeDigital.at, unsere offenen und kostenlosen Angebote erstrecken sich von Ratgebern, über Webinare, Veranstaltungen mit der Community bzw. innovativen Gemeinschaftsprojekten mit Forschungs- und Bildungseinrichtungen bis hin zu Netzwerktreffen und Austausch international.

    Um die herrschende „digitale Kluft“, die ja nicht vorwiegend technisch bedingt ist, zu schließen, sind die politischen, privatwirtschaftlichen Akteure und Bildungsinstitutionen mehr denn je gefordert.

    Was haben wir in den ersten 4 Jahren geschaffen?

    • Wissensoffensive WerdeDigital.at mit kostenlosen und offenen Angeboten für alle Interessierten in Österreich
    • 3 Publikationen (Bücher in Print & eBook),
    • >150 Webinare (#digitalesArbeiten #digi4family #digitaleBildung #digitaleZukunft)
    • über 50 Kooperationspartner_innen
    • Projekte mit Bildungsministerium, Familienministerium, Sozialministerium
    • Digitale Landkarte weist > 300 Wissensangebote / Anlaufstellen für das Erlernen „digitaler Medienkompetenz“ in Österreich
    • Beteiligung an über 200 internationalen und österreichweiten Veranstaltungen und Fachkonferenzen auch TweetUps, Meetups, Barcamps

    Die Arbeitsschwerpunkte der ersten 4 Jahre und Brief an die zukünftigen #DigitalChampions

    • „Mehr digitale Kompetenzen in der Arbeitswelt“: Alle Berufstätigen und Arbeitsuchenden benötigen die neuen Digital Kompetenzen, um weiterzukommen. Neben technischen Fähigkeiten ist es vor allem das Verständnis für die Zusammenhänge, Konsequenzen und Risiken, die zu vermitteln sind.
    • „Mehr digitale Kompetenzen in der Bildung“: Um rasch eine flächendeckende Reichweite dieser digitalen Kompetenzen in der Bildung zu erzielen, müssen wir zuerst die praktizierenden bzw. die angehenden Lehrenden und Pädagog_innen mit diesen Fähigkeiten ausstatten.
    • „Mehr digitale Integration & Inklusion“: Alle Teile der Bevölkerung sollen vom technischen Fortschritt profitieren. Dazu ist es nötig, Standards zu definieren und einzuhalten, und diese bei Bedarf anzupassen und zu verbreitern. Technologie darf nicht ausschließen, sondern  Technologie soll alle Teile der Bevölkerung einander näher bringen und Chancen statt Hindernisse bieten.
    • „Mehr Open Data – Open Society in der Regierung, Bildung, Gesellschaft“: Es ist wichtig, die Gesellschaft in Richtung einer Open Society zu entwickeln, in der offene Daten, das Verständnis für Gemeingüter und Creative Commons wesentlich verankert sind.

    Jetzt seid ihr gefragt, ihr habt hier die Möglichkeit eure Forderungen und Wünsche an die Verantwortlichen um das „Digitale Agenda“ abzugeben. Schreibt uns, wo ihr Handlungsbedarf seht, was noch nicht in der Digital Roadmap bzw. dem Zukunfts-Plan A des Bundeskanzlers Christian Kern vorkommt bzw. zu wenig Beachtung findet.

    Ich werde alle (seriösen:)) Wünsche und Forderungen an die Verantwortlichen der Digitalen Agenda in Österreich weitergeben. Wir bleiben auf jeden Fall am Thema dran, und weiter geht’s mit neuen Ideen & Zielen.

    Eure Meral Akin-Hecke
    @kigo @werdedigital

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    Abschluss EBmooc 2017

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    Blog10. April 2017

    WerdeDigital.at gratuliert Ingrid Brodnig…

    …und wünscht ihr viel Erfolg bei ihrer Aufgabe als Digital Champion.

    Heute am 10. April 2017 wurde die Journalistin Ingrid Brodnig von Staatssekretärin Muna Duzdar der Öffentlichkeit als neuer „Digital Champion“ präsentiert.

    2012 wurde die Initiative „Digital Champion“ von der Europäischen Kommission ins Leben gerufen. Die Wirtschaftsinformatikerin Meral Akin-Hecke hat die Funktion seit Sommer 2013 für Österreich ausgeübt und diese nun offiziell niedergelegt: „Ich freue mich, dass diese Rolle in Österreich fortgeführt wird und hoffe auf gute Zusammenarbeit mit Ingrid Brodnig“.

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    Blog · Oberösterreich4. April 2017

    Alltag mit Bits & Bytes – Diskussion am 27.4. um 18 Uhr in Linz

    Am 27.4. ist WerdeDigital.at zu einer Podiumsdiskussion in Linz eingeladen worden: „Alltag mit Bits & Bytes

    Im Jahr 1991 ging die erste Webseite am CERN online, weniger als 25 Jahre später wurde die 1-Milliarde-Webseiten-Grenze durchbrochen. Die Entwicklungen seit damals prägen unser Leben und unsere Gesellschaft in vielfältiger Weise. Beim Zukunftsgespräch diskutieren wir Auswirkungen dieser Entwicklungen auf unser tägliches Leben:

    • Was wird uns als „digitale Bürgerinnen und Bürger“ erwarten?

    • Welche digitalen Kompetenzen brauchen wir im Alltag jetzt und in Zukunft?

    • Welche Wechselwirkungen entfalten umfassende digitale Alltagskompetenzen?

    Eine Anmeldung ist noch bis zum 20.4. möglich.

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    EBmooc mit 2.000 Teilnehmenden gestartet

    Gestern am 6.3.2017 startete der EBmooc, der sich mit digitalen Werkzeugen und Formaten für die Erwachsenenbildung beschäftigt. Die Teilnahme ist kostenlos. Anmeldungen sind noch möglich.

     

    Inhalte des Online-Kurses

    • Lernen im MOOC und in Webinaren
    • IKT-Tools für die tägliche Arbeit rund um ein Bildungsangebot
    • Social Media in der Erwachsenenbildung
    • Blended Learning und eLearning in der Erwachsenenbildung
    • Offene Bildungsressourcen für die Erwachsenenbildung
    • Lernberatung mit Online-Unterstützung

    WerdeDigital.at ist auch Teil des MOOC-Teams und insbesondere für die 4 begleitenden Webinare zuständig. Morgen, Donnerstag, 8.3. um 16.30 ist der erste Webinartermin.

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    Blog · Dossier 3 - Gesellschaft · Dossiers10. Februar 2017

    Digitale Bürgerbeteiligung und Beteiligungskultur in Österreich – Dossier 3, Beitrag #10

    Anfang 2017 einen Beitrag zu einem Dossier zu e-Partizipation zu verfassen, ist aus mehreren Gründen spannend. Im letzten Jahr durften wir in Österreich die starke Polarisierung der politischen Diskurslandschaft während des rund 12 Monate langen Wahlkampfs für die Bundespräsidentschaft miterleben. Auch werden die Wirkungen von Falschmeldungen und Social Bots, genauso wie die Funktion von Echokammern, immer genauer untersucht. Sich mehr mit Personen im Internet zu umgeben, welche die eigene Meinung teilen, scheint ein zu tiefst menschliches Verhalten zu sein, das durch Algorithmen von Sozialen Medien verstärkt wird. In Summe erleben wir durch die digitalen Reichweiten ein viel rascheres Anheizen gesellschaftlicher Stimmungen, als dies beispielsweise vor 10 Jahren bei Gesprächen in einem Wirtshaus der Fall war. Doch was bedeutet das alles für digitale Beteiligungsangebote von Verwaltung und Politik und die Beteiligungskultur in Österreich? Nach einigen Jahren der digitalen Pilotprojekte zeichnet sich in Österreich eine zarte Struktur von verwaltungsseitiger e-Partizipation ab. Was haben diese gemeinsam und was unterscheidet sie?
    Im Unterschied zu direktdemokratischen Methoden, die mit geschlossenen Ja/Nein-Fragen tendenziell zur Polarisierung beitragen, und zu repräsentativen Wahlverfahren, versuchen partizipative Verfahren in konsultativen Prozessen Entscheidungen mit höherer Qualität vorzubereiten, den Dialog zwischen BürgerInnen, Politik und Verwaltung zu verbessern und die Demokratie zu stärken.

    Die zarte Struktur kommunaler e-Partizipation in Österreich

    Digitale Partizipationsangebote, die in Österreich von Verwaltung oder Politik in den letzten 10 Jahren angeboten wurden, können grob in drei Kategorien unterteilt werden:

    1. Bürgerbeteiligung mit laufendem Angebot, wie Schadensmeldungen per Handyapp oder Internet zu erfassen, und Rückmeldungen der Verwaltung zur Umsetzung erhalten, wo beispielsweise Wörgl oder Linz Vorreiter waren. Andere Verwaltungseinrichtungen bedienen sich für ihre Informationsarbeit Sozialer Medien, die manchmal auch als zwei Richtungs-Kommunikationskanal angelegt sind, wie in der Stadt Salzburg. Als laufende e-Partizipationsangebote etablierten sich auch Petitionsplattformen, bei denen BürgerInnen eine Petition in die Ausschüsse beispielsweise in den Nationalrat oder Wiener Gemeinderat zur Gesetzgebung einbringen können.
    2. Als zweiter Bereich haben sich Online-Diskurse etabliert, die einem breiten Thema wie Verkehr, Umwelt, Jugend, Integration oder Zukunft des ländlichen Raums folgen. Diese e-Partizipationsangebote versuchen oftmals ein Leitbild, Strategiepapier oder Programm im öffentlichen digitalen Diskurs zu erarbeiten. Als Beispiele können der Strukturierte Dialog, die Wiener Charta, Meine Idee für die Oststeiermark oder auch die Digitale Agenda angeführt werden.
    3. Im Gegensatz dazu stehen sehr konkrete kommunale Projekte, oftmals aus der Stadtplanung oder Regionalentwicklung. Sie haben den Vorteil, dass sie wegen ihres Bezugs zu Orten, Stadtteilen oder Gebieten eine gute Anknüpfbarkeit an die Umsetzung ermöglichen, sofern sie frühzeitig erfolgen. E-Partizipations-Verfahren aus diesem Bereich sind beispielsweise die Neugestaltung Schwedenplatz oder die Entwicklung des Linzer Hafens.

    Und natürlich gibt es zahlreiche weiterer Formate, die in dieser Systematik nicht einordenbar sind, wie laufende e-Partizipationsformate der Agenda 21, die zwischen lokaler Politik und BürgerInnen vermittelt, oder Schülerhaushalte, in denen die Vorschläge und Umsetzungsmöglichkeiten für Verbesserungen online diskutiert und Listen und Wahlzettel darüber ausgedruckt werden und danach die eigentliche Wahl vor der Urne erfolgt.
    Wer einen Zahlenvergleich zwischen Deutschland und Österreich anstellt, dem wird der gravierende Unterschied bei Anzahl und Art der e-Partizipationsangebote der Verwaltung auffallen: Treiber für digitale Beteiligungsprojekte in deutschen Kommunen waren und sind die über 400 Bürgerhaushaltsverfahren, fast alle mit einer digitalen Komponente. In Österreich spielen diese noch keine Rolle. Stärker vertreten waren die laufenden Partizipationsangebote, mit ihrer Nähe zu e-Government, wie auch allgemeine Online-Dialoge. Die oben dargestellte dritte Kategorie zu konkreten kommunalen Projekten verzeichnet die wenigsten e-Partizipationsprojekte. Eine Erfassung aller digitalen und vor Ort-Partizipationsprojekte für Österreich gibt es nicht. Für Wien kann man jedoch über die Bürgerbeteiligungs-Zusammenschau bis 2011 auf Wien Gestalten eine deutliche Zunahme von gestarteten Beteiligungsverfahren erkennen. Ab 2012 finden sich dort weniger neue Beteiligungsprojekte.

    Qualität schützt vor frustrierten BürgerInnen

    Was ist mit den vielen anderen Online „Mach mit“-Angeboten, die von Unternehmen, Organisationen oder Initiativen ins Leben gerufen werden? Hans Hagedorn, Beteiligungspraktiker aus Deutschland, sieht die Inflation von Beteiligungsverfahren mit unklarer Abgrenzung zwischen Akzeptanzbeschaffung und Dialog als massives Problem und möchte mit einem „Design Award“ Qualität sicherstellen. Für BürgerInnen, die an ihrer Gemeinde, Stadt oder ihrem Land mitgestalten wollen, ist die direkte Anbindung an laufende politische-administrative Planungs- und Entscheidungsvorbereitungen wichtig. Zusätzlich haben sich als Qualitätsmerkmale für Partizipation die Frühzeitigkeit des Verfahrens, ein klarer Gestaltungsspielraum, die Vielfalt der Beteiligten, ein professioneller Rahmen und eine nachvollziehbare Rechenschaft etabliert.
    Gerade bei den letzten drei Qualitätskriterien kann Online-Bürgerbeteiligung ihre Stärken ausspielen. Die Heterogenität der Teilnehmenden kann optimaler Weise durch die intensive Bearbeitung unterschiedlicher Kommunikationskanäle wie beispielsweise über Soziale Medien hergestellt werden. Die Chance mit Menschen orts- und zeitunabhängig in Kontakt zu treten und so unter anderem dem Ort verbundene Personen anzusprechen, die weggezogen sind, ist sogar nur online möglich. Klarerweise geht ohne crossmedialer Öffentlichkeitsarbeit und Motivation zur Teilnahme auch ein E-Partizipationsangebot im Trubel der Medienlandschaft unter.Zu einem professionellen Rahmen , nebst der Verzahnung von vor Ort- und Online-Beteiligung die kompetente Moderation von Online-Plattformen, wie auch begründete Rückmeldungen an die Teilnehmenden. Damit gelingt auch eine diskursive Entwicklung von Argumenten. Das „Recht haben wollen“, wie es in Online-Foren zu beobachten ist, tritt in den Hintergrund.
    Zusätzlich ermöglicht das Internet die einfache Zugänglichkeit zu den eingelangten digitalen und vor Ort-Beiträge, wie auch die Begründungen zu den Entscheidungen. Wenn der Zugang zu diesem „Beteiligungsgedächtnis“ auch nach Verfahrensabschluss erhalten bleibt, unterstützt dies die Transparenz und Glaubwürdigkeit des Verfahrens.

    Messen mit dem richtigen Maßstab

    In der ersten Euphorie digitaler Partizipations-Pilotprojekte, kam es auch in Österreich zu zahlreichen Verwechslungen. Beteiligungsprozesse wurden so kommuniziert, als würden die BürgerInnen selbst die Entscheidung über ein Projekt treffen. Manche Online-Votings verstärkten diesen Eindruck. Tatsächlich dienen sie für das Erarbeiten von Grundlagen zu politischen Entscheidungen – und das funktioniert unter Berücksichtigung der beschriebenen Qualitätskriterien auch im Internet sehr gut. In Pressemeldungen wird e-Partizipation gerne mit Kennzahlen aus anderen demokratischen Verfahren verglichen. Online-Bürgerbeteiligung hat nicht den Anspruch auf hohe Beteiligungszahlen, sondern auf ein qualitativ hochwertiges Ergebnis und einen besseren Dialog zwischen den Beteiligten. Die Forschung spricht hier von Kennzahlen aus dem E-Governance, die für Vergleiche mit digitalen Beteiligungsangeboten weitaus besser geeignet sind. Im Vordergrund steht dann Information, Wissensaustausch und Zusammenarbeit und weniger die Beteiligung möglichst aller BürgerInnen.

    Partizipation als wirkungsvollste Prophylaxe gegen Populismus

    Und was bringen nun Beteiligungsprozesse tatsächlich? Flächendeckende Untersuchungsergebnisse sind erst unlängst von der Deutschen Umweltstiftung veröffentlicht worden. Im Jahr 2016 gaben 458 PraktikerInnen aus kommunalen Beteiligungsprojekten Auskunft über ihre Erfahrungen. 96% haben demnach eine positive Erwartung an die weitere Entwicklung von Bürgerbeteiligung. Für die Motivation einen Beteiligungsprozess anzubieten, waren demnach das Bearbeiten von Konflikten, die Förderung von Akzeptanz und Stärkung der Demokratie durch Emanzipation bzw. Legitimation, wie auch die Qualitätsverbesserung zentral.

    Gerade in der Verwendung von Partizipation zur Legitimationsbeschaffung sieht der Leiter der Deutschen Umweltstiftung, Jörg Sommer, eine Gefahr. „Partizipation erst dann zu planen, wenn ein Projekt an die Wand gefahren ist, … nimmt ihr ihre natürliche Stärke: die Entwicklung kollektiver kreativer Gestaltungskraft. In der Öffentlichkeit wird Partizipation so stets mit Problemen assoziiert – und nicht mit Perspektiven. Dabei ist Partizipation weit mehr als ein Pflaster für politische Schürfwunden. Partizipation ist die wirkungsvollste Prophylaxe gegen Populismus.“

    Praxis in Österreich: Arbeiten am Kulturwandel

    Was sagen PraktikerInnen aus Österreich? Ein kurzer Rundruf zeigt folgendes Bild. Rita Trattnigg, Leiterin des Instituts für kulturellen Wandel, zeigt drei Herausforderungen auf, ohne deren Lösung digitale und vor Ort-Bürgerbeteiligung sich nicht entwickeln kann:

    • Erlernen einer Rückmelde-Kultur zwischen Politik, Verwaltung und BürgerInnen
    • Entwicklung eines Erwartungs-Managements
    • Zur Verfügung stellen von Ressourcen für das Durchführen von Beteiligungsprozessen

    Sibylla Zech, Professorin für Raumplanung und Beteiligungspraktikerin bei stadtland, unterstreicht die Chance über das Internet rasch Themen sammeln zu können, wie auch der Möglichkeit Stimmungsbilder abzuholen. Robert Lender, Leiter des Kompetenzzentrums Jugend im BMFJ, hebt die Chance von digitalen Beteiligungsprozessen als diskursive Formate hervor – vorausgesetzt Kommunikationsarbeit, Online-Moderation und Technik unterstützen diese Aushandlungsprozesse.
    Berater der ÖAR-Regionalberatung, Hermann Gigler, sieht bei manchen Verfahren „Scheinbeteiligung“ im Vordergrund, die zu Unzufriedenheit in der Bevölkerung führt und damit Vertrauen für viele Jahre verspielt. E-Partizipation ist für Gigler eine zentrale Möglichkeit Menschen einzubinden, die nicht vor Ort sein können. Er empfiehlt mit einfachen digitalen, wie analogen Prozessen zu starten und Ressourcen dafür wie auch für die Umsetzung der Ergebnisse zu planen.

    Literatur:

    • Brückner, Maria & Märker Oliver; E-Partizipation: Elektrifizierung der Bürgerbeteiligung; in: Standort – Zeitschrift für Angewandte Geographie, 2015, S. 112-119, kostenpflichtiger Download
    • Hagedorn, Hans; Der “Design Award” für Partizipation, Beteiligungsblog, 2016
    • Kolleck, Alma; Kommunale Online-Beteiligung: Stand und Herausforderungen; in: Der Bürger im Staat – Landeszentrale für politische Bildung Baden-Württemberg, 4/2014, S. 238-245; Freier Download
    • MA 18 – Stadtentwicklung und Stadtplanung, Praxisbuch Partizipation: Gemeinsam die Stadt entwickeln, 2013, 124 Seiten mit Methodenraster inkl. digitaler Formate; Freier Download
    • Sommer, Jörg (Hrsg.); Kursbuch Bürgerbeteiligung. Mit Adressverzeichnis und Methodenkatalog, Verlag der Deutschen Umweltstiftung, 540 Seiten, 2015; Freies e-book
    • Sommer, Jörg; Mehr Partizipation denken!; Beteiligungsblog, 2016

    Bio:
    Der Autor, Peter Kühnberger, setzt seit über zehn Jahren digitale und vor Ort-Beteiligungsprojekte bei Dialog Plus um.

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