Artikel in Berufstätige

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    Berufstätige · Location14. Mai 2018

    Stifter-helfen.at: Newsletter und Facebook Marketing

    Kursinhalte:

    Was unterscheidet einen Newsletter von Spam?
    Kundenbindung und Kundenbedürfnisse
    Planung und Konzeption von nachhaltigem Newsletter-Marketing.
    Aufbau von Adresslisten.
    Was ist ein guter Newsletter-Text?
    Rechtliche Situation, Impressum und Signatur.
    Einführung in das gratis Newsletter-System CleverReach und Anlegen eines Accounts.
    Einrichten von Listen und Segmenten.
    Erstellen eines Newsletter-Templates.
    Qualitätsoptimierung und Testszenarien.
    Redaktionsplanung und Sendefrequenz der Newsletter
    Einführung in das Newsletter-System Mailchimp.
    Für wen reicht eine Facebook Profilseite und wer benötigt eine Unternehmensseite?
    Anmeldung und Anlegen einer Facebook-Seite.
    Profilbild, Chronik und Informationen einpflegen.
    Begriffe und Techniken im Umgang mit Links, Fotos, Texten usw.
    Umgangsregeln und der Umgang mit Kritik.
    Wichtige rechtliche Themen (z.B. Datenschutz, Urheberrecht, Impressum)

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    Berufstätige · Location25. September 2017

    Stifter-helfen.at: Google Adwords + AdGrants

    Kursinhalte:

    Einrichten eines Google AdWords-Kontos
    Navigation im Google AdWords-Konto
    Erstellen von Google AdWords-Kampagnen.
    Ermittlung und Einrichten effizienter Keywords.
    Erstellen effektiver Anzeigentexte, Budgetoptimierung.
    Einblicke in die Verwendung von Google AdWords für NPO’s anhand von 2 Fallbeispielen.
    Dieser Kompaktkurs bietet neben den theoretischen Grundlagen viel praktischen Input. Dabei garantiert: Ideen für den Einsatz im NPO Umfeld, die Sie danach sofort umsetzen können. Empfehlenswert für alle, die den professionellen Einsatz von Google AdWords planen oder bereits realisieren.

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    Berufstätige · Location25. September 2017

    Stifter-helfen.at: Web Seite Erstellen und Gestalten

    Kursinhalte:

    Allgemeine Grundlagen zum Internetauftritt: Planen und Gestalten von Webseiten, Ziel und Konzeption
    \\\“Wordpress\\\“ und seine Funktionen.
    Die Installation eines Baukastensystems am Beispiel von „easyname“.
    Konfiguration und Einstellungen.
    Erstellung einer Website: Anlegen einer Seitenstruktur, Planungsansicht, Entwurfsansicht, Grunddesign
    Mit den mitgelieferten Themen (Layouts) arbeiten.
    Redaktion (Inhalte anlegen und bearbeiten, austauschen und aktualisieren).
    Warten der Inhalte und Upload von eigenen Inhalten wie Fotos, Flyern, Broschüren,…
    Navigation (Menü) anlegen.
    Backups (Sicherungen) vornehmen.
    Pflegen und Aktualisieren der Inhalte.
    Wichtige Erweiterungen („Plugins“)
    Suchmaschinenoptimierung.

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    Berufstätige · Location25. September 2017

    Stifter-helfen.at: Adobe Illustrator 2

    Formen transformieren.
    Konturen.
    Füllungen, Verläufe und Pipette.
    Texte erstellen und bearbeiten.
    Absatz – und Zeichenfeld.
    Texteffekte einsetzen.
    Formate erstellen und bearbeiten.
    Vorlage erstellen.
    Masken und Transparenzen.
    Gitterwerkzeug.
    Diagramme erstellen.
    Mit Symbolen arbeiten.
    Automatisches Vektorisieren.
    Tipps und Tricks.

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    Berufstätige · Location25. September 2017

    Stifter-helfen.at MS Excel Advanced Innsbruck

    Kursinhalte:

    Wie „denkt“ Excel und was bedeutet das für den Umgang mit Formeln und für die Auswertung ihrer Daten?
    Erstellen von sowie richtiger Umgang mit komplexeren Formeln (S-Verweis und Co)
    Durchführen von Berechnungen und Datenauswertungen mit und ohne Berechnungen.
    Einrichten und Organisieren von individuellen Vorlagen für den Arbeitsalltag.
    Datenimport aus anderen Programmen oder Excellisten.
    Richtiger Umgang mit Verknüpfungen auch über mehrere Arbeitsmappen hinweg.
    Arbeiten mit Diagramme und Erstellen von Diagrammvorlagen für Ihre Datenauswertung.
    Nutzung der Ergebnisse und Diagramme in anderen Office Programmen wie Power Point oder Word.
    Überblick schaffen über große Datenmengen (Abfragen, komplexe Filter, Gültigkeitsprüfung, bedingte Formatierungen individuell nutzen für Vorlagen,..).
    Grundlagen der Datenauswertung mit Pivot-Tabellen in Excel.

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    Berufstätige · Blog · Termine · Wien24. August 2017

    19. Journalistinnenkongress und Medienlöwinnen „Democracy first“

    Bereits zum 19. Mal findet der Journalistinnenkongress statt – der Treffpunkt für Medienfrauen aus Journalismus und PR. Am Abend davor werden die Medienlöwinnen verliehen.

    Über das Thema „Democracy first” diskutieren am 7. November namhafte Vortragende aus dem In- und Ausland am 19. Journalistinnenkongress in Wien. Am Nachmittag tauschen sich die Teilnehmerinnen in den Workshops aus und lernen zum Abschluss führende Medienfrauen in kleinen Gesprächsrunden kennen.

    In vielen Ländern der Welt werden Journalistinnen, Journalisten und Medien für politische Entwicklungen in Geiselhaft genommen. Es gibt Vorwürfe wie „Lügenpresse“ oder Teil der „Elite“ und des „Establishments“ zu sein, die Freiheit der Presse wird von den politisch Mächtigen eingeschränkt, instrumentalisiert oder verboten. LeserInnen suchen einfache Antworten in den Boulevardmedien, PressesprecherInnen bieten „alternative Fakten“. Wie kann die Presse weiterhin ein Eckpfeiler der Demokratie sein? Wir diskutieren mögliche Strategien und Lösungen.

    Weitere Information unter http://www.journalistinnenkongress.at/


  • Neues Projekt „Vernetztes Ehrenamt“

    Am 23. Mai startet ein neues Projekt. Pilothaft wird WerdeDigital.at Ehrenamtliche, die mit Geflüchteten arbeiten in Videokonferenzform vernetzen. Zu den Themen, die diskutiert werden, gehören rechtliche Rahmenbedingungen, psychologische Aspekte, Unterstützungsmöglichkeiten bei Bildung und Weiterbildung sowie beim Erwerb der deutschen Sprache. Das Projekt wird aus Mitteln des Sozialministeriums gefördert.

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    Offene Daten für ein besseres Österreich – Dossier 3, Beitrag #4

    Von Sonja Fischbauer, Robert Harm und Johann Höchtl

    Wissen ist ein ganz besonderer Rohstoff: Wissen vermehrt sich, wenn man es teilt. Im Gegensatz zu materiellen Gütern sind Informationen unbegrenzt verfügbar: Ein Datensatz, der zum Beispiel das heutige Wetter beschreibt, verliert nicht an Wert, wenn ihn mehrere Menschen verwenden. Im Gegenteil, der Datensatz wird sogar wertvoller, wenn man ihn ergänzt und mit anderen Informationen verknüpft.

    Wissen ist eine ganz besondere Ressource: Es vermehrt sich, wenn man es mit anderen teilt. (BildurheberIn: Ansonlobo, eigenes Werk. Lizenz: CC BY-SA 4.0 via Wikimedia Commons)

    Durch die Digitalisierung entstehen neue Herausforderungen: Für jeden einzelnen Menschen im persönlichen Alltag genauso wie für die Politik, Industrie, Wirtschaft und Forschung. Aber “Wissen” ist kein neues Thema der Digitalisierung – es war schon immer vorhanden, wurde mündlich verbreitet, in Bildern und Büchern. Neu ist, dass es jetzt so einfach ist wie nie zuvor, Wissen in der ganzen Welt zu verbreiten.

    Doch wie schaffen wir möglichst vielen Menschen einen freien Zugang zu diesem unendlichen Rohstoff? Die Lösung: Wissen öffnen!

    Openness” ist der Fachbegriff für das Prinzip, diesen freien Zugang und die freie Verwendung zu ermöglichen. Dabei gibt es offene Software (Open Source), offene Forschung (Open Science), offene Regierung (Open Government) und vieles mehr. In diesem Artikel beschäftigen wir uns mit dem Thema offene Daten, oder: Open Data.

    1) Was ist Open Data, und was bringt es uns?

    Unter dem Begriff Open Data (offene Daten) versteht man nicht-personenbezogene Daten in maschinenlesbarer Form, die als kostenlose, öffentliche Ressource von jedem Menschen nutzbar sind – etwa um neue Startups zu gründen, Informationen zu gewinnen oder Abläufe im eigenen Unternehmen zu verbessern.

    Offene Daten bzw. potentielle offene Daten lassen sich praktisch überall finden: In den Bereichen Verwaltung und Regierung ebenso in Wirtschaft, Kunst und Kultur, Wissenschaft und in der Zivilgesellschaft.

    Die Möglichkeiten, die daraus entstehen, sind grenzenlos: Mit Open Data lassen sich Anwendungen erschaffen, die der Gesellschaft ebenso wie der Wirtschaft nutzen. (Eine ausführliche Definition lässt sich auf opendefinition.org nachlesen.)

    Offene Daten….

    … schaffen Vertrauen in die Verwaltung durch nachvollziehbare Verwendung von Steuermitteln. Legt die Verwaltung sämtliche Informationen offen, die durch Steuergelder finanziert werden (und die weder persönliche, noch sicherheitsgefährdende Daten enthalten), dann erlaubt diese Transparenz den BürgerInnen, sich aktiv damit auseinanderzusetzen. Durch die Möglichkeit, verwalterisches Handeln zu kontrollieren, steigt das Vertrauen in staatliche Institutionen.

    … lassen die Wirtschaft wachsen, weil neue Ressourcen und Business-Modelle für Startups entstehen. Wenn Informationen – Daten, Erkenntnisse und Algorithmen – kostenfrei für eine breite Öffentlichkeit zugänglich sind, entsteht dadurch eine wertvolle neue Ressource. Dadurch fällt eine finanzielle Barriere weg, was besonders für Startups und (angehende) Entrepreneurs wichtig ist, um daraus neue und innovative Lösungen zu schaffen.

    Aus Open Data lassen sich Spiele, Apps und Webanwendungen programmieren: Junge Menschen können mit offenen Daten nicht nur ihre technischen Fähigkeiten ausbauen, sondern auch ihr Bewusstsein für gesellschaftspolitisches Engagement stärken. (Foto: CC-BY 4.0 Luiza Puiu)

    2) Was sagt die Politik dazu?

    In der Europäischen Union (EU) ist das Thema Openness seit einigen Jahren von großer Bedeutung. Die EU hat in den letzten Jahren mehrere Strategiepapiere zu Open Source, Open Data und Open Science veröffentlicht, um die Realisierung des digitalen Binnenmarktes zu unterstützen.

    In Österreich wird die Veröffentlichung von Open Data und Public Sector Information (PSI) derzeit allerdings sehr lückenhaft gehandhabt. Zwar gibt es die europäische PSI Richtlinie und das Informationsweiterverwendungsgesetz, jedoch sind das Gesetz und die Richtlinie in der österreichischen Verwaltung teils wenig bekannt und/oder kommen oft schlicht nicht zum Einsatz.

    Das Thema Openness ist in Österreich auf verschiedenen Ministerien aufgeteilt. Damit wir jedoch etwas erreichen können, müssen alle zusammenarbeiten: Es bedarf einer ineinandergreifenden Strategie, die über ministerielle Zuständigkeitsgrenzen hinweg eine Vision der Offenheit und Transparenz bietet. Wir brauchen eine starke politische Openness-Agenda in Österreich: Bund, Länder und Gemeinden müssen sich mit den ExpertInnen aus der Zivilgesellschaft und der Forschung an einen Tisch setzen und eine gemeinsame Vision für Österreich ausarbeiten. In einem offenen Prozess, der auch die einzelnen BürgerInnen teilhaben lässt, gilt es konkrete Maßnahmen zu finden, um die Openness-Vision nachhaltig umzusetzen.

    Bisher wurden in Österreich einige Projekte im Bereich Openness unterstützt, wie etwa die Open Data Portale data.gv.at und opendataportal.at, das Projekt e-infrastructures.at zur offenen Archivierung wissenschaftlicher Erkenntnisse oder geförderte Innovationsprojekte wie openinnovation.gv.at. Obwohl schon einiges geschehen ist, ist noch viel zu tun. Es sind weitere Anstrengungen erforderlich, die von der Politik beschlossen und mit finanziellen Mitteln gefördert werden müssen. Zur Umsetzung der europäischen digitalen Agenda und zur Unterstützung von nachhaltigem Wachstum brauchen wir konkrete Maßnahmen.

    Zusammenarbeit und Austausch zwischen Zivilgesellschaft, Privatwirtschaft, Politik und Verwaltung stehen im Vordergrund. (Bild: Der Transparenz-Kreislauf. CC-BY 3.0 AT. Sunlight Foundation, bearbeitet von Robert Harm.)

    3) Neue Projekte: Die nächsten Schritte in eine bessere Zukunft

    Im Folgenden zeigen wir einige Beispiele für Initiativen aus der Zivilgesellschaft, die sich bereits im Bereich Open Data engagieren. Diese Initiativen sind AnsprechpartnerInnen für mögliche “Leuchtturmprojekte”, die von der Politik unterstützt werden könnten, um eine nachhaltige Open Data Strategie in Österreich zu gewährleisten.

    3.1. Amtsgeheimnis abschaffen und Informationsfreiheit in die Verfassung aufnehmen

    “Open by default”: Die transparente Bereitstellung von Daten und Informationen muss zum Standard werden. BürgerInnen sollen sich darüber informieren können, welche Daten und Informationen von der Verwaltung verfügbar sind. Konkrete Möglichkeiten dafür sind ein Informationsregister nach slowenischem Vorbild, sowie die Einrichtung einer Schlichtungsstelle durch Informationsfreiheitsbeauftragte. Letztere ermöglicht den BürgerInnen, beim Wunsch nach Informationen nicht den Staat klagen zu müssen, wie es derzeit im österreichischen Gesetzesentwurf des Informationsfreiheitsgesetzes vorgesehen ist.

    AnsprechpartnerIn 1) Forum Informationsfreiheit

    Die zivilgesellschaftliche Initiative Forum Informationsfreiheit engagiert sich mit mehr als 13.000 UnterstützerInnen für das Ende des Amtsgeheimnisses und für ein Recht aller BürgerInnen auf Zugang zu Behördeninformationen.

    Mit dem Motto “Gläserner Staat statt gläserner Bürger” setzt sich das Forum Informationsfreiheit für Informationsfreiheit, Open Data und mehr Transparenz in Politik und Verwaltung ein. Der Verein betreibt die Plattform FragDenStaat.at, über die BürgerInnen unkompliziert – und auf Wunsch öffentlich nachvollziehbar – Anfragen an Behörden richten können, und bietet auch Transparenz-Workshops für Gemeinden, interessierte Organisationen und Bürgerinitiativen an.

    3.2 Offene Daten in der Privatwirtschaft fördern

    Offene Datenportale, sowohl für Daten der Verwaltung als auch für Daten der Privat- und Zivilgesellschaft, sind Grundpfeiler der nationalen IKT-Infrastruktur. Dementsprechend müssen sie mit den notwendigen finanziellen Mitteln ausgestattet werden, um den Betrieb nachhaltig und langfristig zu sichern und um sich durch konsequente Weiterentwicklungen auf internationalem Standard zu halten.

    AnsprechpartnerIn 2) Open Data Portal Österreich

    Auf opendataportal.at findet sich das zentrale Datenportal für Wirtschaft, Kultur, NGO/NPO, Forschung und Zivilgesellschaft.

    Das Open Data Portal Österreich ist dabei die erste Anlaufstelle für die Privatwirtschaft. Die ExpertInnen bieten Beratung und Serviceleistungen rund um das Thema Daten an.
    So begleitet etwa das aktuelle Programm Data Pioneers, in Kooperation mit dem Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie, Unternehmen dabei, die Welt von Open Innovation und Open Data zu erkunden – und die daraus resultierenden Chancen zu nutzen. Dazu bieten die ExpertInnen vom Open Data Portal Österreich ineinander greifende Veranstaltungen und individuelle Betreuung für Unternehmen an.

    3.3 Mit offenen Verkehrsdaten die Wirtschaft stärken

    Zahlreiche Verkehrsunternehmen setzen schon jetzt auf Open Data, darunter die Wiener Linien, der Verkehrsverbund Ost-Region, der Steirische Verkehrsverbund und Graz Linien sowie die Linz AG. Auf lange Sicht müssen jedoch alle Verkehrsunternehmen des Landes offene Daten bereitstellen, um eine lückenlose, bundesweite Abdeckung sicherzustellen. Hier ist es wichtig, den politischen Rahmen zu schaffen, der eine österreichweite Freigabe sämtlicher Fahrplan- und Echtzeit-Daten der Verkehrsauskunft Österreich (VAO) ermöglicht.

    Mit der VAO, die von den einzelnen Verkehrsverbünden zentral mit Daten beliefert wird, gäbe es erstmals die Möglichkeit, auf einen Schlag offene Verkehrsdaten für ganz Österreich bereitzustellen – diese Chance sollte genutzt werden. Die Grundlage dazu lässt sich schon im Arbeitsprogramm der Österreichischen Bundesregierung 2013 -2018 nachlesen: “Verkehrsauskunft Österreich: Eine verkehrsträgerübergreifende und auf Echtzeit-Daten basierende Verkehrsauskunft für ganz Österreich soll umgesetzt werden”. Von einer solchen Umsetzung profitieren die ÖsterreicherInnen in vielerlei Hinsicht:

        • Förderung der lokalen Wirtschaft: Mit offenen Daten der Wiener Linien entstanden bereits über 30 Apps, meist von EntwicklerInnen mit regionalem Bezug.

     

        • Mehrwert für den Tourismus: Das in Österreich so flächendeckend ausgebaute öffentliche Verkehrsnetz ist für Millionen von TouristInnen die Google, Bing oder Apple Maps verwenden, nicht sichtbar. Werden Verkehrsdaten als Open Data in internationalen Standardformaten zentral publiziert, können diese Anbindungen geschaffen werden. Der Fokus liegt dabei auf Openness. Exklusive Vereinbarungen, wie etwa die ÖBB sie mit Google geschlossen hat, sind kontraproduktiv.

    Ein Beispiel dafür, wie gut die Zusammenarbeit der Länder funktionieren kann ist basemap.at, die Verwaltungskarte für Österreich, die bereits als Open Data verfügbar ist. Die Prozesse dahinter könnten der VAO als Vorbild dienen.

    AnsprechpartnerIn 3) Initiative Offene Öffis

    Die Initiative Offene Öffis beschäftigt sich mit diesem Anliegen und hat bereits Lösungsansätze für die VAO ausgearbeitet, um eventuelle Hürden bezüglich des aktuellen Geschäftsmodells zu überwinden.

    Zahlreiche neue Mobilitäts-Apps können durch Open Data entstehen. (Screenshot via offene-oeffis.at)

    3.4 Kosten senken durch offene Adressdaten

    Adressdaten sind in Österreich zwar kein Geheimnis, aber sie sind noch nicht „offen“ im Sinn von Open Data: kostenlos, online frei zugänglich, in einer einheitlichen Schreibweise.

    Gesicherte Adressdaten reduzieren unterschiedliche Schreibweisen bei der Adressierung von BürgerInnen und Wirtschaftstreibenden, die zu Inkonsistenzen in Datenbanken und zu zusätzlichen Aufwänden in IKT-Systemen führen. Eine national einheitliche, behördlich gesicherte und laufend aktualisierte freie Adressdatenbasis als Download und über eine Schnittstelle (API) könnte sowohl behördenintern, als auch von der Wirtschaft, zur Steigerung der Interoperabilität und Reduktion der Kosten beitragen.

    Egal ob Wohnbauten, öffentliche Gebäude, Parkanlagen, Bürokomplexe oder Orte mit geschichtlicher Bedeutung – alle lassen sich leichter finden, vergleichen und zusammenstellen, wenn es dazu offene Adressdaten gibt. (Bild: Karte von St. Pölten, 1821, Public Domain, via Wikimedia Commons).

    AnsprechpartnerIn 4) Offene Adressen.at

    Die Initiative Offene-Adressen.at hat eine Schnittstelle (API) zur Abfrage der Daten des offiziellen österreichischen Adressregisters geschaffen. Durch eine solche Schnittstelle können EntwicklerInnen die Adressdaten direkt in ihre Services, Apps und Websites einbauen.

    3.5 Mit Hackathons die Daten-Kompetenz junger Menschen stärken

    Als Ergänzung zur schulischen Ausbildung können Freizeitveranstaltungen maßgeblich die Kreativität und das Potential der jungen Generation im Umgang mit der Digitalisierung stärken. Dabei bietet sich das Format eines “Hackathons” an.

    Open Data Hackathons bestärken junge Menschen darin, mit ihren eigenen Fähigkeiten die Welt zu verbessern. Erwachsene MentorInnen stehen den Jugendlichen zur Seite beim Young Coders Festival 2014. (Foto: CC-BY 4.0 Luiza Puiu)

    Hackathon = hacken + Marathon
    Ein Hackathon ist ein offenes Veranstaltungsformat, bei dem die TeilnehmerInnen für einen begrenzten Zeitrahmen (ein Nachmittag, ein Tag, ein Wochenende, …) zusammenkommen, sich austauschen und zusammenarbeiten, um ein kniffliges Problem zu lösen, sprich: zu hacken.

    Gesellschaftlicher Anspruch: Nicht nur Programmieren lernen, sondern die Welt verbessern. Hackathons bieten die Möglichkeit, bei den TeilnehmerInnen ein Bewusstsein für gesellschaftliche Zusammenhänge zu schaffen. Wichtig sind dabei gemeinsames Arbeiten in einer geschützten, freundschaftlichen Atmosphäre und die bunte Vielfalt einer durchmischten TeilnehmerInnengruppe.

    AnsprechpartnerIn 5) Open Knowledge Österreich

    Open Knowledge Österreich setzt sich für offenes Wissen ein und bietet Expertise im Bereich Open Data und Hackathons.

    Der Verein Open Knowledge Österreich bietet mit dem Young Coders Festival (Jugendliche experimentieren für ein Wochenende mit offenen Daten) und Jugend hackt (ein ganzjähriges Community-Programm) Beispiele für solche Programme.

    Diese Liste ist bei weitem nicht vollständig: Es gibt zahlreiche engagierte Initiativen, Vereine und Projekte, die sich mit dem Thema Open Data in Österreich beschäftigen und seit Jahren großartiges leisten. Doch wir denken auch, dass es noch viel mehr Potential für Open Data in Österreich gibt.

    Fest steht: Mit dem digitalen Wandel sind wir gezwungen, unsere Gesellschaft umzukrempeln. Openness ist die Methode, die uns diesen Wandel nachhaltig, transparent und für alle zugänglich ermöglicht. Dazu brauchen wir Unterstützung auf politischer Ebene genauso wie aus der Forschung, Wirtschaft und Zivilgesellschaft – engagierte Menschen, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen.

     

    Bio:
    Robert Harm ist Mitbegründer des Netzwerkes open3.at zur Förderung von Open Society, Open Government und Open Data in Österreich.

    Johann Höchtl arbeitet am Zentrum für E-Governance der Donau-Universität Krems und beschäftigt sich mit den Chancen und Herausforderungen von Technologieeinsatz für Gesellschaft und Verwaltung. Offene und große Daten sind ihm ein besonderes Anliegen.

    Sonja Fischbauer arbeitet selbstständig im Bereich Online-Kommunikation. Sie entwickelt Outreach-Strategien für Unternehmen und Forschungsprojekte und organisiert Hackathons. Bei Open Knowledge Austria engagiert sie sich für eine offene Wissensgesellschaft.

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    Wie unterscheide ich wahr von falsch? – Dossier 3, Beitrag #3

    Falsche Accounts von Politiker_innen und Prominenten, gefälschte Krisenpropaganda, manipulierte Bilder oder frei erfundene Meldungen machen im Netz immer wieder die Runde. Wie man Fakes und Hoaxes – Falsch- und Scherzmeldungen – erkennt.

    Das Jahr 2016 war kein gutes für die Wahrheit. Egal, ob in der Brexit-Diskussion oder in den Präsidentschaftswahlkämpfen in Österreich und den USA: Noch nie gab es ein so hohes Maß an Falschinformation. Und das in allen Schattierungen: Von der mehr oder weniger klar erkennbaren Satire, über dramatisierte, um Klicks buhlende Clickbait-Überschriften, irreführende, weil bewusst unvollständige Informationen, über Bildfälschungen, Lügen bis hin zur frei erfundenen Meldung war alles dabei. Bot-Accounts – automatisiert betriebene Präsenzen in z.B. Facebook oder Twitter haben diesen Inhalten zu noch größerer Reichweite verholfen.

    Besonders besorgniserregend: Es gibt inzwischen eine Reihe von Leuten, die Fake-News zum Geschäftsmodell erkoren haben, weil sie durch die vielen Klicks viel Geld mit Anzeigen verdienen können. Leider gab es auch immer wieder Fälle, in denen professionelle Journalisten auf solche Falschmeldungen hereingefallen sind. Vor diesem Hintergrund gilt für Journalismus im Netz mehr denn je der alte Grundsatz der Nachrichtenagentur United Press International: „It’s good to be first, but first you have to be right.“ Die journalistische Sorgfaltspflicht ist besonders wichtig, um nicht auf Fälschungen hereinzufallen. Bei Fälschungen geht es meistens entweder um falsche Identitäten und/oder um falsche Inhalte.

    Falsche oder irreführende Identitäten entdecken

    Im Netz, speziell auf sozialen Netzwerken, ist es ein Kinderspiel, sich als jemand auszugeben, der man nicht ist. Ein Foto ist schnell geklaut, der Nutzername auch, fertig ist der Fake-Account. Gerade bei prominenten Personen ist das häufig der Fall. So gibt es auf Twitter zig Angela Merkels, aber keine einzige davon ist die echte.
    Inzwischen haben Facebook und Twitter so genannte verifizierte Accounts eingeführt: An einem weißen Haken auf blauem Grund ist erkennbar, dass es sich tatsächlich um den Account der prominenten Person oder Institution handelt. Die Netzwerke haben in diesem Fall selbst die Identität überprüft. Wenn dieser weiße Haken fehlt, heißt das aber noch nicht automatisch, dass es sich um ein Fake-Profil handelt. Es gibt auch echte Profile, die eben noch nicht von den Betreibern der Social Networks verifiziert wurden. Manchmal kann eine einfache Google-Suche nach Berichten über einen Fake-Account schon helfen. Doch es gibt noch weitere Möglichkeiten, Original und Kopie voneinander zu unterscheiden:

    • Der Nutzername kann ein erstes Indiz liefern: Wenn er erkennbar ironisch ist oder eine hohe Zahl wie „Angela Merkel 23“ hat, ist oft schon klar, dass hier ein „Spaßvogel“ am Werk ist.
    • Das gleiche gilt für unvorteilhafte Profilfotos. Die PR-Berater von Promis achten immer auf ansehnliche, gut inszenierte (Profil-)Fotos.
    • Die Selbstbeschreibung eines Profils lohnt einen Blick. Manchmal steht hier, dass es sich um einen Parodie-Account handelt. Manchmal klingt aber auch an dieser Stelle alles offiziell und täuschend echt.

    Selbst ein Website-Link entlarvt einen Fake-Account noch nicht eindeutig. Ein falscher Account kann ja immer noch den Link zur richtigen Website setzen. Hier lohnt der umgekehrte Check: Gibt es auf der Website von www.bundesregierung.de einen Link zum entsprechenden Social-Media-Profil? Aber selbst eine Website kann man fälschen. Falls es hier Zweifel gibt, lohnt eine „Who-Is“-Abfrage, d.h. Eine Auskunft, wer eine Website registriert hat. Für .at-Domains http://nic.at/ zuständig. Um zu erfahren, wie die Registrierungsstelle für Top Level Domains anderer Länder heißt, hilft der Who-Is-Service der Internet Assigned Numbers Authority (IANA) weiter. Für Top-Level-Domains, die keinerlei Rückschlüsse auf das Ursprungsland zulassen wie etwa .com, gibt es internationale Who-Is-Verzeichnisse wie www.whois.com/whois/.

    Ein weiteres Beispiel für Irreführung ist die Website bundespraesidentschaftswahl.at. Wer „Bundespräsidentenwahl Österreich“ googelt, bekommt die Seite als einen der ersten Treffer angezeigt. Auf den allerersten Blick wirkt die Seite offiziell mit Bildern der Hofburg, der rot-weiß-roten Fahne und sachlichen Begriffen in der Navigation wie „Bundespräsidentenwahl 2016“, „Briefwahl“, „Ergebnisse“, „Wahlrecht“ etc. Da könnte man meinen, auf einer Regierungs-Seite gelandet zu sein. Bei einem Blick auf den Vergleich der Wahlprogramme der beiden Kandidaten merkt man dann, dass FPÖ-Kandidat Hofer in positives Licht gerückt wird, während Alexander van der Bellen hier meist schlecht wegkommt („Drückeberger“ bei der Frage nach dem Grundwehrdienst). Im Impressum stößt man auf den Namen Robert Marschall und wer den googelt, findet heraus, dass es sich um den Obmann der EU-Austrittspartei handelt. Politisch steht er Norbert Hofer offensichtlich viel näher als Alexander van der Bellen. Hier liegt also die Vermutung nahe, dass er Hofer mit der Seite unterstützen will. Wenn man weiß, wer hinter einer Website steckt, kann man sich Gedanken über die Interessen machen, die der- oder diejenige mit der Seite bzw. einer bestimmten Meldung bezweckt.

    Vorsicht bei spektakulären Inhalten von unbekannten Absendern

    Es gibt natürlich auch Fälle, in denen nicht die Prominenz des Absenders im Mittelpunkt steht, sondern der Inhalt brisant oder interessant ist. Wie erkenne ich nun, ob der Absender eine vertrauenswürdige Quelle ist und die Inhalte stimmen? Auch hier lohnt ein Blick auf die Profilinformationen.
    Jede weitere Information über den Absender ist wertvoll:

    • Hat er eine eigene Website, ein Blog, Profile in sozialen Netzwerken?
    • Wer steht dort jeweils im Impressum?
    • Steckt eine Organisation oder eine Lobby dahinter? Wenn ja, welche?
    • Geben diese Präsenzen ein stimmiges Gesamtbild, sprich: Ist ein inhaltlicher Schwerpunkt und eventuell eine Expertise erkennbar?

    Wenn ein Post nach breaking news klingt, thematisch aber gar nichts mit dem sonstigen Schwerpunkten zu tun hat, ist Vorsicht geboten. Das gleiche gilt, wenn ein Profil sehr jung ist und gleich mit Insider-Informationen aufwartet. Hier liegt der Verdacht nahe, dass das Profil eigens geschaffen wurde, um Falschinformationen zu verbreiten.

    Aufschlussreich kann ein Blick auf die Gefolgschaft des Accounts im jeweiligen sozialen Netzwerk sein. Hat er sehr viele oder sehr wenige Follower? Noch wichtiger: Folgen ihm bekannte und verifizierte Accounts? Natürlich ist das keine Garantie, aber es ist doch unwahrscheinlich, dass gleich mehrere arrivierte Accounts einem unseriösen Account folgen.

    Besonders skeptisch sollte man auch sein, wenn der Inhalt zu gut oder zu spektakulär klingt, um wahr zu sein. Etwa die vermeintliche App „Rumblr“, mit der man sich angeblich zu einem Straßenkampf verabreden konnte. Im Zweifelsfall sollte man immer versuchen, Kontakt zum Urheber der fraglichen Information aufzunehmen. Wenn ein Anruf nicht möglich ist, weil sich keine Telefonnummer recherchieren lässt, sollte man den Urheber direkt im Netzwerk ansprechen oder eine Mail mit der Bitte um Kontaktaufnahme oder Übermittlung einer Telefonnummer schicken. Je nach Standort von Urheber und Journalist ist unter Umständen sogar eine persönliche Begegnung denkbar.

    Wenn jemand eine spektakuläre Information über eine bekannte Person oder Institution verbreitet, ist es am besten, bei dieser Person oder Institution direkt nachzufragen, ob die Information zutrifft. Falls das alles nichts fruchtet, gilt: Lieber die Finger davon lassen und nicht darüber berichten. Es bringt nichts, eine unbestätigte Information mit dem Hinweis, dass sie eben noch nicht verifiziert werden konnte, weiter zu kolportieren. Zu groß ist die Gefahr, dass ein Großteil der Leser_innen den Inhalt eben doch für bare Münze nimmt. Der journalistischen Glaubwürdigkeit erweist man damit einen Bärendienst.

    Auch bei Bildern ist Vorsicht geboten. Gerade weil ihnen noch immer Beweiskraft zugesprochen wird. Dabei sind Bildern sehr leicht zu manipulieren. Oder aber Bilder werden nicht manipuliert, aber in einem vollkommen fremden Kontext verwendet, oft mit der Absicht, sie für eigenen Zwecke zu instrumentalisieren. Hier kann eine umgekehrte Bildersuche („Reverse Image Search“) Wunder wirken: Dazu lädt man auf Seiten wie tineye.com ein Bild hoch (oder gibt nur die URL des Bildes ein) und sortiert nach Datum. Oft wird so klar, dass ein Bild schon viel älter ist als behauptet wird, also nicht wirklich was mit dem kolportierten Ereignis zu tun hat. Auch Metadaten von Bildern können sehr aufschlussreich sein.

    Als Gegenbewegung zu den vielen Halb- oder Unwahrheiten haben sich eine Reihe von Fact-Checking-Seiten gebildet: politifact.com untersucht in den USA seit Jahren Politiker-Statements auf ihren Wahrheitsgehalt. hoaxmap.org dokumentiert in Deutschland Falschmeldungen und Gerüchte über Asylbewerber. In Österreich hat sich in den vergangenen Jahren vor allem mimikama.at einen Namen unter den Fact-Checking-Seiten gemacht. mimikama berichtet über aktuelle Fakes und macht diese Berichte über hoaxsearch.com durchsuchbar. Außerdem gibt die Seite Tipps, wie man Fake-News erkennt und gibt diese Tipps auch in Webinaren weiter. Eine große Rolle bei der Verbreitung der Aufklärung über jede Form von Internetmissbrauch spielen die Social-Media-Kanäle, speziell Facebook. Dort ist Mimikama unter dem Namen „Zuerst denken, dann klicken“ aktiv und hat mehr als 660.000 Follower. Für seine unermüdliche Aufklärungsarbeit war Mimikama 2016 für den klicksafe Preis des deutschen Grimme-Instituts nominiert.

    Politik sorgt sich um Qualität der Debattenkultur

    Auf dem Feld der Wahrheitsfindung gibt es also viel zu tun. Ein Ansatz ist Prävention durch Wissen. Während in Deutschland gerade wieder die Diskussion hochkocht, ob Medienkompetenz ein eigenes Schulfach werden soll oder es als Querschnittsthema in verschiedenen Fächern stärker beleuchtet werden soll, ist Österreich hier schon weiter. Seit 2012 gibt es einen Grundsatzerlass zum Unterrichtsprinzip Medienerziehung. Medienkompetenz taucht auch in Lehrplänen von Grundschule, Mittelschule und allgemein bildenden höheren Schulen auf.

    Die Schwemme von Fake-News auf Facebook hat dazu geführt, dass Spitzenpolitiker Facebook zum Gegensteuern aufrufen. Bundeskanzler Kern bemängelte jüngst die fehlende inhaltliche Verantwortung Facebooks für „Manipulationsmöglichkeiten und politischen Einfluss“. Neben Falschinformationen sieht er auch Beleidigungen als großes Problem und fordert einen EU-weiten Regulierungsrahmen für Facebook, aber auch für Google.

    Ohne Facebook und Google namentlich zu erwähnen, hat die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel auf den Medientagen München 2016 mehr Transparenz für Algorithmen gefordert: „Ich persönlich bin dabei auch der Meinung, dass Algorithmen transparenter sein müssen, sodass interessierten Bürgern auch bewusst ist, was eigentlich mit ihrem Medienverhalten und dem anderer passiert.“ Hintergrund ist die gesellschaftliche Debattenkultur: Speziell der Facebook-Algorithmus bevorzugt Inhalte, die oft geteilt, geliked und kommentiert werden. Besonders häufig ist das bei emotionalisierten und dramatisierten Inhalten der Fall. Und beim Emotionalisieren und Dramatisieren bleibt von der Wahrheit oft nicht mehr viel übrig. Oder noch schlimmer: Frei erfundene Inhalte mit sensationsheischender Überschrift werden viral und verbreiten sich ähnlich einem Krankheitserreger. Facebook-Chef Mark Zuckerberg will keine Verantwortung übernehmen. Er hat nach der US-Wahl die Unterstellung, dass Falschmeldungen auf Facebook „die Wahl in irgendeiner Weise beeinflusst“ hätten, als „ziemlich verrückt“ zurückgewiesen. Der Politik hat auf diesem Feld also nur einen begrenzten Einfluss. Um so wichtiger ist für alle Netznutzer_innen die Kompetenz, arg zugespitzte Inhalte auf ihren wahren Kern hin zu beleuchten. Und zwar bevor man auf den Teilen-Button geklickt hat. Wie formuliert es Mimikama so schön: Zuerst denken, dann klicken.

     

    Autor
    Bernd Oswald ist freier Medienjournalist, Trainer und Trendscout im digitalen Journalismus. Er interessiert sich für die Weiterentwicklung des Journalismus an der Schnittstelle zwischen Redaktion, Programmierung und Design. Deswegen hat er Hacks/Hackers München mitgegründet, wo Journalisten, Programmierer und Designer neue Formate diskutieren und konzipieren. Zu diesen Themen twittert er als @berndoswald und bloggt zudem auf www.journalisten-training.de. Eine Auswahl seiner Arbeitsproben präsentiert er auf seinem Torial-Profil.

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    Die Gefahren durch Social Bots – Dossier 3, Beitrag #2

    Social Bots stellen durch die Einflüsse, die sie bewirken können, eine Gefahr für die Demokratie dar. Was genau sind Social Bots? Welche konkreten Gefahren können von ihnen ausgehen, auch für Österreich? Und was kann dagegen unternommen werden?

    Was sind Social Bots?

    Ein Bot (von Robot) ist ein Computerprogramm, dass je nach Vorgabe seines Programmierers bestimmte, sich wiederholende Aufgaben erledigt. Mit dem Zusatz Social werden Bots bezeichnet, die in vorzugsweise sozialen Netzwerken wie Facebook, Twitter oder Instagram agieren. Sie versuchen meist, ihre Identität zu verschleiern, wollen weitestgehend menschlich erscheinen, wie echte Nutzer.
    Dabei ist der Grundgedanke hinter Social Bots vollkommen harmlos und legitim: Sie sind sehr hilfreich, wenn es beispielsweise darum geht, mit vielen Nutzern sozialer Netzwerke in kurzer Zeit zu interagieren, spezifisch nach der gewünschten Zielgruppe Beiträge zu erstellen oder Follower regelmäßig auf neue Publikationen hinzuweisen. So haben zum Beispiel die Blogger von netzpolitik.org einen Social Bot programmiert, der regelmäßig prüft, ob auf der eigenen Website ein neuer Beitrag veröffentlicht wurde. Der Bot postet anschließend jeden Beitrag automatisch auf Twitter. Er nimmt also potenzielle Arbeit ab.

    Es ist sehr einfach, einen Social Bot zu erstellen. Für Twitter benötigt man einen Nutzeraccount, einen Zugang zur automatisierten Schnittstelle (API) des sozialen Netzwerks und ein Programm, das in der Lage ist, einen Account automatisiert steuern zu lassen. Außerdem gibt es zahlreiche Anleitungen im Internet, die auch für Laien das Programmieren von Bots so einfach wie möglich gestalten sollen.

    Welche Gefahren können von Social Bots ausgehen?

    Bedenklich wird der Einsatz von Social Bots, wenn sie zur automatisierten Propaganda missbraucht werden. Schließlich ist es möglich, mit einem einzigen Computerprogramm mehrere hundert oder sogar tausend Fake-Accounts für Twitter zu steuern. Das richtige Tool dafür kostet ca. 200 $, die nötigen Accounts sind ebenfalls online erhältlich.

    Für 80 $ kann man sich 1.000 Twitter-Profile kaufen, für 20 $ mehr sogar jeweils mit Profilbild- und -beschreibung, damit sie möglichst menschlich wirken und als Fake Accounts nicht so schnell auffliegen.

    Der Politologe Simon Hegelich geht in einer Studie der Konrad Adenauer Stiftung davon aus, dass Social Bots vor der Brexit-Abstimmung in Großbritannien und während der Krim-Annexion mitten im Ukrainekonflikt mitgemischt und erheblichen Einfluss auf Debatten ausgeübt haben. Dabei merkt er an, dass die künstliche Intelligenz, die sich hinter den Bots verbirgt, immer komplexer und schlauer wird. Vereinzelt können Social Bots wie echte, menschliche Nutzer erscheinen, indem sie einen Tag-Nacht-Rhythmus vortäuschen, viele Follower aufweisen, überwiegend Beiträge zu eher nebensächlichen Themen veröffentlichen und sogar mit Menschen im Chat kommunizieren können. Gleichzeitig aber, am Beispiel des Ukrainekonflikts zu sehen, gemischt mit politisch-rechten Inhalten.

    Social Bots sind dabei eine große gesellschaftliche Gefahr, denn durch die Möglichkeit, mit einem einzigen Computerprogramm mehrere tausend Bots zu kontrollieren, können gesellschaftliche Meinungen beeinflusst werden. Durch Likes und Retweets (die maßgeblichen Kenngrößen für Erfolg und Reichweite auf Twitter) können die sogenannten „Trending Topics“, also die Ranglisten mit den Begriffen, die in dem sozialen Netzwerk aktuell am häufigsten Verwendung finden, beeinflusst werden.

    So wurden auch während des letzten US-Wahlkampfs Social Bots eingesetzt, die meisten schätzungsweise aus dem Trump-Lager. Als die erste TV-Debatte zwischen Hilary Clinton und Donald Trump vorbei war, stieg der Hashtag #Trumpwon („Trump hat gewonnen“) schnell in den Trending Topics bei Twitter auf, während viele Zuschauer und vor allem die Presse Trump als deutlichen Verlierer der Debatte einstufte. So wurde in dem sozialen Netzwerk das gesellschaftliche Bild deutlich verzerrt. Wer die Debatte nicht sah und nur einen Blick auf den Twitter-Trend warf, war vermutlich der Ansicht, Trump wäre aus der TV-Debatte als deutlicher Sieger hervorgegangen.
    Eine kurz vor der Wahl veröffentlichte Studie von Alessandro Bessi und Emilio Ferrara der University of Southern California gab Schätzungen ab, dass während des Wahlkampfs knapp 400.000 Bots auf Twitter mitgemischt haben. Sie veröffentlichten 3,8 Millionen Tweets, wobei ungefähr 75% von ihnen für Donald Trump twitterten und nur 25% für Hilary Clinton. Eine weitere Studie von Bence Kollanyi, Phillip N.Howard und Samuel C. Woodley, die knapp 10 Tage nach der Präsidentschaftswahl 2016 erschien, stellt außerdem fest: Social Bots aus dem Trump-Lager waren besonders aktiv zu strategisch wichtigen Ereignissen, beispielsweise während und nach den jeweiligen TV-Debatten und kurz vor der eigentlichen Wahl am 8. November.

    Das gefährliche dabei: Durch das Verfälschen oder Verstärken von Trends lassen sich viele Menschen indirekt beeinflussen. Oft schließen sie sich der Meinung an, die tendenziell die meiste Zustimmung erhält. Deshalb ist es in Österreich beispielsweise verboten, erste Auszählungen und Wahlprognosen am Tag der Nationalratswahl vor Schließung der Wahllokale zu veröffentlichen, damit die Wahlergebnisse nicht durch psychologische Faktoren beeinflusst werden können. Dass im Falle von Social Bots viele natürlich nicht erkennen, dass es sich bei ihnen gar nicht um die Meinung echter Menschen handelt, macht die Sachlage umso gefährlicher. Während der Brexit-Debatte konnte festgestellt werden, dass Tweets mit dem Hashtag #Brexit häufig von Bots stammten. Ein Großteil davon wurde dem konservativen Lager zugeschrieben, das für einen Austritt aus der Europäischen Union war. Social Media-Trends fließen außerdem in wirtschaftliche und politische Entscheidungsprozesse ein. Durch die Analyse von vermeintlich präsenten Meinungen in sozialen Netzwerken passen Unternehmen ihre Marketingstrategien und Politiker ihre Programme an. So können Social Bots zu einer Gefahr für die Gesellschaft und schließlich auch für die Demokratie werden.

    Propaganda-Roboter auch in Österreich?

    Bisher gibt es keine Anzeichen dafür, dass Social Bots zu Propagandazwecken in Österreich eingesetzt werden. Doch auch hier besteht potenziell die Gefahr, dass gesellschaftliche Debatten gezielt beeinflusst werden können. So kann die aktuelle Flüchtlingsdebatte und die gesellschaftliche Meinung dazu in gewissen Maßen gelenkt werden, wenn Social Bots zum Beispiel in großem Umfang den Hashtag #refugeesnotwelcome („Flüchtlinge nicht willkommen“) auf Twitter benutzen, während die österreichische Gesellschaft doch eher zu einer offenen Willkommenskultur tendiert. Auch hier würde gelten: Der Eindruck, der durch die verfälschten Trends in sozialen Medien entstehen kann, ist gefährlich für Politik, Medien und Gesellschaft.

    Was kann gegen den Einfluss unternommen werden?

    Social Bots werden nicht mehr verschwinden. Algorithmen und künstliche Intelligenzen sind Teil der Gesellschaft und gehen mit der digitalen Transformation einher. Den Betreibern sozialer Netzwerke gelingt es außerdem bisher nicht, alle unerwünschten Bots von ihren Plattformen zu verbannen.

    Die Methoden der Erkennung von Propaganda-Robotern in sozialen Medien, beispielsweise durch spezielle Tools  für die Nutzer, werden stetig optimiert und besser. Doch gleichzeitig wird auch die Programmierung von Propaganda-Robotern intelligenter und komplexer. Es gilt: Je menschlicher ein Social Bot agiert und sich verhält, desto schwieriger wird es, ihn als einen solchen zu erkennen.
    Schon jetzt ist es nahezu unmöglich, alle Bots, die sich in sozialen Netzwerken tummeln, zu identifizieren. Über die Anzahl gibt es höchstens Schätzungen. Viel schwieriger ist es überdies, die Drahtzieher hinter den Kulissen auszumachen. Niemand weiß, wer die Bots steuert, die etwa für Donald Trump Propaganda machen. Und auch der tatsächliche Einfluss, der sogenannte „Bot-Effekt“ (Simon Hegelich), den Social Bots auf die gesellschaftliche Meinung haben, ist empirisch nicht nachvollziehbar oder gar messbar.

    Wichtig ist daher vor allem, dass politische Akteure und Internetnutzer der potenziellen Gefahren durch das mögliche Verfälschen von Social Media-Trends sensibilisiert sind und einen verantwortungsvollen und aufgeklärten Umgang mit Algorithmen und künstlicher Intelligenz vermitteln. Auch sollte klar sein, dass quantitative Parameter wie „gefällt-mir-Angaben“ auf Facebook, Retweets, die Anzahl an Followern und Erwähnungen von Schlüsselwörtern auf Twitter keine Maßeinheiten für Qualität und gesellschaftliche Meinungstendenzen sind. Social Bots sind in sozialen Netzwerken allgegenwärtig. Ein Verantwortungsvoller und kritischer Umgang mit neuen Medien und Informationen im Internet, vor allem in sozialen Netzwerken, ist daher unerlässlich.

    Bilder:
    – Twitter Trends: Screenshot twitter.de
    – Fake-Profile kaufen: Screenshot http://www.buysocialaccountz.com/twitter-accounts
    – Twitter Tool: Screenshot: http://monstersocial.net

     

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