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    Hass im Netz: Ein Interview mit Ingrid Brodnig – Dossier 3, Beitrag #1

     

    Das Thema Hasspostings kam in den letzten Jahren in aller Munde. Aber wer schreibt sie? Woher kommt das? Und was kann man dagegen tun? Das versuchen wir im Gespräch mit Ingrid Brodnig herauszufinden.

    Ingrid beschäftigt sich als Journalistin mit dem Thema schon seit Jahren. Im April erschien ihr Buch „Hass im Netz. Was wir gegen Hetze, Mobbing und Lügen tun können“ (Brandstätter-Verlag). In unserem etwa halbstündigen Interview haben wir über Trolle, Glaubenskrieger, die österreichische Rechtslage und ein paar Maßnahmen gesprochen, wie wir das Netz für uns alle wieder etwas schöner machen können.

    Es folgt eine gekürzte Version des Gesprächs. Im Podcast gehen wir mit Ingrid oft weiter ins Detail.

    Tom: Wie äußert sich Hass im Netz?

    Ingrid: Das kommt darauf an, wann man etwas als Hass bezeichnet. Ich spreche vor allem dann von Hass, wenn es ins strafrechtlich Relevante geht: Verhetzung und Drohungen. Darüber hinaus erleben wir auch sehr viel Wut und eine Tendenz, dass online eine Debatte sehr schnell entgleist. Wir sehen ein ständiges Scheitern der menschlichen Kommunikation. Es ist unglaublich schwierig, sachlich zu diskutieren. Das ist vielleicht die größere Problematik.

    Ist das im Web wirklich schlimmer und warum?

    Das ist tatsächlich so. Man kann eine Enthemmung feststellen. Menschen sind ruppiger und aggressiver. Die Enthemmung kann auch positiv sein. Schüchterne Menschen fassen etwa mehr Selbstvertrauen. Die negative Facette ist ein Ausleben von Wut, ein Ausleben dunkler Gefühle. Das liegt daran, dass die Face-to-Face-Kommunikation anders als die schriftliche online funktioniert. Die Anonymität ist ein Faktor, kann das aber nicht allein erklären. Ein anderer wichtiger Faktor ist die Unsichtbarkeit, die ich für immens bedeutend halte. Man sieht sein Gegenüber nicht. Da kann man ruppig sein, ohne die emotionalen Konsequenzen sehen zu müssen.

    Man muss also nicht miterleben, was die eigenen Worte genau anrichten.

    Genau. Augenkontakt ist immens empathiefördernd. Das funktioniert sogar über Webcams. Aber von dieser Unsichtbarkeit werden wir nicht so bald wegkommen.

    Du unterscheidest zwischen Trollen und Glaubenskriegern?

    Genau. Neben der allgemeinen Enthemmung gibt es spezielle Gruppen. Die sind für sehr viel Leid im Internet verantwortlich. Sie sind in ihrer Motivation aber sehr unterschiedlich. Der Troll etwa. Im Web wird der Begriff zu inflationär eingesetzt. Da wird oft jeder als Troll bezeichnet, der eine andere Meinung hat. Der Troll ist eigentlich ein Provokateur, den die Schadenfreude antreibt, der negative Emotionen auslösen und Menschen in Streitigkeiten bringen will. Dadurch fühlt er sich intellektuell erhaben. Trolle leiden überdurchschnittlich oft an Sadismus. Sie sind auch oft persönlich nicht besonders politisch und machen sich über Leute, die überzeugt von etwas sind, sogar eher lustig.

    Und die andere Gruppe?

    Die Glaubenskrieger sind ganz anders. Den Begriff habe ich gewählt, um die Nutzer zu beschreiben, die total von einer Sache eingenommen sind. Sie versuchen ohne Rücksicht auf die Gefühle anderer, ihre Weltsicht durchzubringen. Auch mit martialischen Mitteln: Falschmeldungen, Beleidigungen, Drohungen. Oft gibt es Verschwörungstheorien, die Bedrohungen in den Raum stellen. Glaubenskrieger halten das für echt, deshalb ist es plötzlich angemessen, jedes Mittel zu ergreifen um darauf hinzuweisen. Nachdem Falschmeldungen richtiggestellt werden, liest man von ihnen zum Beispiel oft den Satz „Aber es hätte auch wahr sein können“. Da geht es nur noch darum, dass etwas gefühlt wahr sein könnte und dadurch gibt es eine große Gleichgültigkeit gegenüber beweisbaren Fakten. Und auch eine besondere Aggression gegenüber Andersdenkenden, die schnell verunglimpft werden.

    Es wird dann keine Quelle mehr akzeptiert, die etwas Abweichendes behaupten könnte. Die Tendenz haben wir bei manchen Themen aber alle, oder?

    Ja. Aber es gibt Medienkonsum- und allgemeine Verhaltensformen, die einem helfen können, nicht zu einem harten Glaubenskrieger zu werden. Der Kontakt mit Andersdenkenden und Quellen, die nicht hundertprozentig dem eigenen Weltbild entsprechen, ist etwa sehr wichtig. Menschen, die etwa im Beruf viel mit Andersdenkenden konfrontiert sind, sind Studien zufolge auch besser informiert. Kann man mit anderen nicht mehr sachlich diskutieren, sitzt man selbst viel öfter Falschmeldungen auf. Intellektuell im Gespräch bleiben und Medien lesen, die etwas anders denken – mit solchen „Tricks“ kann man sich etwas davor schützen, es sich zu leicht zu machen.

    Welche Rolle spielt da Facebook mit seinen Algorithmen?

    Wir wissen es nicht. Facebook gibt unabhängigen Wissenschaftlern keinen Zugang zu den nötigen Daten. Eine aus wissenschaftlicher Hinsicht zutiefst umstrittene Studie zur Filterblase haben Facebook-Mitarbeiter selbst durchgeführt. Die wurde dann so dargestellt, als wäre der Effekt sehr klein. Aber selbst in dieser Studie gab es einen messbaren Unterschied zwischen liberalen und konservativen Nutzern. Das Problem ist eine Mischung aus Mensch und Maschine. Wir Menschen haben uns natürlich schon immer mit Nachrichten versorgt, die unser Weltbild bestätigen. Früher gab es Parteizeitungen. Aber auf Facebook geht das noch viel weiter ins Detail.

    Was gibt es für einen politischen Handlungsbedarf bei Hass im Netz?

    Wir haben im deutschsprachigen Raum eigentlich recht gut Gesetze. Da besteht nur zum Teil rechtlicher Nachbesserungsbedarf. Einer wäre, dass bedrohliche Kommentare derzeit keine gefährliche Drohung nach juristischer Definition sind. Etwa wenn jemand schreibt: „Du solltest dich nicht wundern, wenn du eines Nachts überfallen und vergewaltigt wirst“. Das ist juristisch nicht konkret genug, für das Opfer ist das aber vergleichbar. Wenn etwas kein Offizialdelikt ist – also etwa auch Beleidigungen – hat die Staatsanwaltschaft aber keine Handhabe, kann deshalb auch nicht aktiv werden und Täter ausforschen.

    Was würdest du jemandem raten, wenn er im Web schwer beleidigt oder bedroht wird?

    Auf jeden Fall alles dokumentieren. Viele Betroffene erzählen mir, dass sie im ersten Schock alles gelöscht haben. Dann kann man es nicht vor Gericht bringen und weiß auch nicht, wer der User war. Wenn man sich wirklich bedroht fühlt, dann sollte man es auch wirklich anzeigen. Viele Menschen glauben, das hat keine Chance. Aber es gibt eine. Und je mehr angezeigt wird, desto mehr wird auch durchgehen. Das Dritte ist: Nicht alleine bleiben. So etwas nagt an einem. Man sollte sich Verbündete suchen, auch Freunde auf Facebook darauf hinweisen.

    Das heißt, du würdest auch Leuten raten, einzuschreiten und etwas zu schreiben, wenn sie so etwas mitbekommen?

    Viele Betroffene sagen, Unterstützung hat sehr geholfen. Dadurch sieht man, dass die Anfeinder komisch sind und nicht man selbst. Man muss nach seinem Einschreiten dann auch nicht ewig mit aggressiven Usern herumdiskutieren. Es gibt kein Recht auf eine Antwort auf einen Kommentar. Und man kann natürlich auch einschreiten, wenn man inhaltlich mit der betroffenen Person nicht übereinstimmt.

    Bio: Das Gespräch führte Tom Schaffer. Tom ist freier Journalist und Medienmacher mit einer Leidenschaft für sachliche Diskussionen. Er betreibt unter zurpolitik.com, ballverliebt.eu und rebell.at Blogs und Podcasts zu den Themen Politik & Medien, Fußball sowie Games & Technologie.

    Podcast-Musik: Sidewalk Shade – slower von Kevin MacLeod (http://incompetech.com), Creative Commons: By Attribution 3.0 (http://creativecommons.org/licenses/by/3.0/ )

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    PRIVACY WEEK – Privatsphäre im digitalen Zeitalter, Wien vom 24. bis 30.10.2016

    privacy

    Vorratsdatenspeicherung, Videoüberwachung, PRISM, Zugriff auf Konten ohne richterliche Kontrolle, Smart Meter, Änderungen im Staatspolizeigesetz und andere Maßnahmen im staatlichen Bereich und durch Privatunternehmen bedrohen unsere Privatsphäre und die Grundrechte. Daher widmet sich die PRIVACY WEEK – Privatsphäre im digitalen Zeitalter in Wien vom 24. bis 30.10.2016 diesem Thema. Ein vielfältiges Programm an Workshops, Vorträgen, Kunst- und Schulprojekten rund um das Thema „Privatsphäre im digitalen Zeitalter“ wird angeboten. Die Inhalte richten sich an ein breites Publikum, an Personen, die „nichts zu verbergen haben“ ebenso, wie an Aktivist_innen und Interessierte, die bereits intensiver mit der Materie in Berührung kamen.

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    Arbeitssuchende · Berufstätige · Blog13. September 2016

    Erfolgreich mit persönlicher Online-Präsenz

    Anders als vor sechs Jahren, als ich als Profilagentin startete, ist es heute selbstverständlicher, online präsent zu sein. Wenn ich heute mit meinen Profilanalysen beginne – ich starte immer mit einer Google-Namens-Suche – fällt mir aber häufig auf, dass meine Kunden zwar online sind, aber zumindest technisch gesehen, nicht gefunden werden wollen: Es sind diverse Business-Profile zumindest „irgendwie“ eingerichtet, aber die Möglichkeit für Suchmaschinen auf die Profile zuzugreifen (sie zu „crawlen“) wurde deaktiviert. Häufig aus Versehen, manches Mal in digitalen Anfangszeiten mit Absicht, was einfach vergessen wurde. Wer mit seinem professionellen Auftritt digital gefunden werden will, muss die Auffindbarkeit in Suchmaschinen aktivieren: so banal das klingt, so oft sehe ich das Gegenteil in den Tiefen der Profileinstellungen!

    Für digitale Einsteiger wie für Menschen, die sich seit Zeiten des Akustikkopplers im Netz bewegen gilt, dass sie im Netz wiedererkennbar sein müssen. Für Einsteiger ist ein einheitliches Profilbild über die Business-Portale deshalb unbedingt empfehlenswert. Wer sich schon sehr lange im Netz bewegt und einen Namen gemacht hat, kann mit dem Profilbild durchaus experimentierfreudiger umgehen – sollte in dem Fall aber auf eine einheitliche Bildsprache bei der Auswahl des Titelbildes oder der Headergrafik am „Kopf“ vieler Profile geachtet werden. Falls Sie eine persönliche, beruflich genutzte Website besitzen, ist es optimal, wenn sich die visuellen Elemente, also die Farben und Fotomotive, dort ebenfalls wiederfinden.

    Ein Extra-Tipp, um von den Suchmaschinen das von Ihnen bevorzugte Profilbild anzeigen zu lassen: Benennen Sie die Foto-Datei mit Ihrem Lieblingsbild unbedingt um: Von „img1337.jpg“ auf „vorname-nachname.jpg“ und dieses Exemplar neu in den Portalen hochladen.

    Für ein gutes Profilfoto hilft es, sich an diesen Tipps zu orientieren:

    • Professionelle Qualität
    • klare Kontraste
    • Ruhiger, homogener Hintergrund
    • Zoom in: Einen guten Ausschnitt wählen
    • Direkter Blickkontakt
    • Nicht nach links aus dem Bild blicken
    • Studien belegen: Je mehr Gesicht zu sehen ist, umso mehr Kompetenz und je mehr Körper zu sehen, umso weniger Kompetenz wird der Person zugeschrieben.
    • Tragen Sie im Beruf angemessene Kleidung!
    • Social Media-Rechte mit FotografIn klären!

    Sie selber sollten optisch wiedererkennbar sein und gleichzeitig inhaltlich unterscheidbar: Wofür sind Sie Expertin oder Experte? Es lohnt sich, dieses Wissen in geschriebene Artikel oder Bücher umzuwandeln! Xing und Linkedin bieten gute Möglichkeiten, Ihre Expertise im Bereich „Veröffentlichungen“ oder „Berufserfahrung“ abzubilden.

    Insbesondere bei Xing gibt es zwei unterschätzte Möglichkeiten, Ihre Kompetenzen digital zu unterstreichen: Bitte nutzen Sie den „Profilspruch“ nicht, um die Zitate toter Geistesgrößen zu wiederholen, sondern weisen Sie auf Möglichkeiten hin, wo die Bandbreite Ihres Talentes abgebildet ist: Sie könnten z.B. einen hinführenden, motivierenden Text mit einen Link auf Ihre Website dort eintragen.

    Die zweite Chance, bei Xing auch besser gefunden zu werden, ist das „Portfolio“, in dem auf visuelle Weise Ihre beruflichen Stärken präsentiert werden können. Der Clou: Die kurzen Texte, die dort in den Kacheln eingetragen werden können, sind Keyword-sensititv: das heisst, sie werden bei der Suche nach diesen Begriffen von der Xing-Suche mit berücksichtigt, so dass Ihr Profil sich weiter oben in der Trefferliste befindet.

    Wenn sie diese fünf Tipps berücksichtigen, wird eine Suchmaschinen-Anfrage zu Ihrem Namen bereits nach kurzer Zeit bessere Ergebnisse erzielen:

    I. Suchmaschinen-Auffindbarkeit aktivieren
    II. Profilbild-Datei den eigenen Namen geben
    III. Be different – Experte und FachautorIn werden!
    IV. Profilspruch: Keyword-sensitiv mit Call to Action und Link!
    V. XING-Portfolio – Keyword-sensitiv aktivieren

    Mehr Infos im Webinar von Kixka.

    Autorin:
    Kixka Nebraska www.profilagentin.com
    kixka

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    Arbeitssuchende · Berufstätige · Location1. September 2016

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